Felchlin

Bodenständiger Nischenplayer mit Weltformat

Felchlin ist Teil des Ursprungs der Schweizer Schokoladen-Qualitätskultur. Das Familienunternehmen Felchlin hat im Rahmen einer Nachfolgelösung seine Eigentumstruktur verändert und ähnlich den Prinzipien von Steward-Ownership (dt. Verantwortungseigentum) ausgestaltet. Der Inhaber in zweiter Generation, Max Felchlin, übergab 1992 die Stimmrechtsmehrheit des Unternehmens in einen eigens dafür gegründeten Verein.

Felchlin steht seit über einem Jahrhundert für hochqualitative Schokolade. Das Unternehmen mit rund 180 Mitarbeitenden entwickelte sich zur führenden Nischenproduzentin im Bereich edler Grand Cru Couverturen (Edelkakao aus definierter Herkunft), Diese stellt sie in ihrem Betrieb in Schwyz her und beliefert weltweit führende Confiserien, Hotels, Restaurants und Chocolatiers.

Motivation für eine unabhängige Nachfolgeregelung

Max Felchlin Junior übernahm das Unternehmen 1962 von seinem Vater, der das Unternehmen gegründet und bis zu seinem Tod für 54 Jahre geführt hatte. Unter ihm wuchs der erfolgreiche Betrieb aus dem Herzen der Schweiz weiter und erschloss neue Märkte in den USA und Japan. Bekannt als bunter Vogel, Kulturliebhaber und Neudenker schreckte er vor Unkonventionellem nicht zurück. So überrascht auch die eigenwillige Nachfolgelösung nicht. Eine Nachfolge durch die beiden Söhne hatte sich nicht ergeben. Dennoch wollte er sicherstellen, dass sie vom Erfolg des Familienunternehmens weiterhin profitieren würden. Max Felchlin wollte die Unabhängigkeit des Unternehmens und dessen Philosophie bewahren. Zusätzlich wünschte er sich eine von seiner Familie weitgehend unabhängige Regelung, bei der Macht und Kapital getrennt sind.

Umsetzung Steward-Ownership durch disquotale Aktienverteilung

Während Max Felchlin Junior das Unternehmen führte, vereinte er alle höchsten Posten der Max Felchlin AG in seiner Person: Er war sowohl (1) Eigentümer, (2) Verwaltungsratspräsident, als auch (3) CEO, und pflegte zu sagen, dass er eine Generalversammlung auch vor dem Rasierspiegel abhalten könne. In der Regelung seiner Nachfolge trennt er nun nicht nur diese Rollen auf, sondern schafft darin noch weitere Nuancen.

Er gründete 1992 den «Verein zur Förderung der Wirtschaft und des Kulturschaffens» und übergab dem Verein mittels einer disquotalen Aktienverteilung die Mehrheit der Stimmrechtsaktien der Max Felchlin AG. Die übrigen Aktien gingen an seine beiden Söhne. Seither ist der Verein Haupteigentümer des Unternehmens.


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